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Start„Politik pur“ – Praktikumsbericht von Yilmaz Akkoyun

„Politik pur“ – Praktikumsbericht von Yilmaz Akkoyun

2010 Mai/Juni Yilmaz Akkoyun
09. Juli 2010

Am 31.Mai 2010 startete ich mein sechswöchiges Praktikum im Berliner Büro der SPD-Bundestagsabgeordneten Gabriele Lösekrug-Möller.
Nach einer freundlichen Begrüßung durch das “Berliner LöMö-Team“ stand die erste Woche ganz unter den Vorzeichen der Orientierung und des Reinschnupperns.
Nach einer intensiven Wochenbesprechung hieß es, die vielen Termine intelligent zu koordinieren, da sich viele Termine überschnitten.

Zunächst wurde ich in die vielfältigen Arbeitsabläufe der Büroorganisation und Bürokommunikation sowie in die Arbeit einer Bundestagsabgeordneten eingeführt.

Zwei Drittel meines Praktikums waren Plenarwochen, das heißt, ich konnte das aktuelle politische Geschehen im Plenum des Deutschen Bundestages genau analysieren, Frau Lösekrug-Möller in die Sitzungen des Ausschusses Arbeit und Soziales sowie des Parlamentarischen Beirates für Nachhaltige Entwicklung begleiten, in dem LöMö die stellvertretende Vorsitzende ist.

Parallel zu den Ausschüssen haben die Fraktionen jeweils Arbeitsgruppen gebildet, in denen die fraktionsinternen Linien für die Beratungen in den Ausschüssen und für die Plenarsitzungen vorbereitet werden. Im Verlauf der Sitzungswoche war es dabei besonders interessant, den Arbeits- und Meinungsbildungsprozess innerhalb der Fraktion zu beobachten.
Hervorzuheben ist die Arbeitsgruppe Verteilungsgerechtigkeit und soziale Integration, wo aktuelle Linien der SPD zum Beispiel für die Schuldnerberatung debattiert wurden, da ich an dieser AG sehr häufig teilnahm.
Durch den Besuch von Fachanhörungen lernte ich auch diesen Abschnitt der Gesetzgebung kennen.

Des Weiteren arbeitete ich an Veröffentlichungen von Mitteilungen auf der Homepage von LöMö mit und erstellte PowerPoint-Präsentationen für Berichterstattungen, die LöMö im Ausschuss und in der AG hielt.
Darüber hinaus konnte ich an diversen Veranstaltungen und Workshops der SPD-Bundestagsfraktion und auch in der Friedrich-Ebert-Stiftung teilnehmen. So konnte ich zum Beispiel an dem Werkstattgespräch zur Zukunft der Arbeit der SPD-Bundestagsfraktion teilnehmen. Das Thema war „Chancen einer modernen Dienstleistungspolitik“, in der unter anderem Frank Bsirske, der Vorsitzende der Gewerkschaft ver.di, einen Impulsvortrag hielt.
Außerdem hatte ich die Gelegenheit, an der Betriebsrätekonferenz „Faire Arbeits- und Lohnbedingungen für alle Beschäftigten“ teilzunehmen und die SPD-Führung persönlich kennen zu lernen.

Schade war, dass mir die Fraktionssitzung der SPD aufgrund meines fehlenden Studentenstatus versperrt blieb, hier sind die bürokratischen Ansätze innerhalb der Parteien zu spüren.

Mein erster Tag begann dann ja auch gleich mit einem denkwürdigen Paukenschlag: Bundespräsident Horst Köhler trat zurück, somit konnte ich während meines Praktikums auch die Bundesversammlung zur Wahl eines neuen Präsidenten und die Fast-Sensation am 30. Juni vor Ort erleben.
Betonen möchte ich meine Teilnahme am 26. Forum Globale Fragen „Global Zero“ im Auswärtigen Amt, in der es um die Herausforderungen auf dem Weg zu einer kernwaffenfreien Welt ging. Die Atmosphäre im Auswärtigen Amt auf internationalem Parkett hat mich sehr beeindruckt.
Die Teilnahme an der Gedenkstunde zum 17. Juni 1953 war ein weiteres Highlight in meinem Praktikum.

Die vierte Woche meines Praktikums war geprägt von der nationalen Armutskonferenz im Rahmen des europäischen Jahres 2010 zur Bekämpfung von Armut und sozialer Ausgrenzung.

Ziel war es, dass öffentliche Bewusstsein für die Lebensbedingungen sozial benachteiligter Menschen zu schärfen. Eine weitere Funktion war, Betroffene zu vernetzen und realistische Anforderungen an die Politik zu formulieren.

In dieser Woche hatte ich neben der nationalen Armutskonferenz die Gelegenheit, an zwei Vorlesungen an Berliner Universitäten teilzunehmen und mich auf meinen kommenden Lebensabschnitt einzustimmen.

Hervorzuheben war die Kiezführung in Neukölln, wo wir die bezirkliche Jugendhilfe und polizeiliche Präventionsarbeit in der „Lessinghöhe“ kennen gelernt haben sowie Betroffene uns Rede und Antwort zur Verfügung standen. Mit eigenen Augen betrachten zu können, wie sehr sich die Lebensbedingungen innerhalb der BRD unterscheiden, war sehr prägsam.

Durch verschiedene Veranstaltungen konnte ich viele Ministerien hautnah erleben, wo Fachreferenten uns Rede und Antwort standen.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass ich in meiner Berliner Zeit sehr viel gelernt habe. Neben den Gesetzgebungsverfahren, die ich „nur“ aus dem Grundgesetz und den Medien kannte, konnte ich viele Politiker direkt kennen lernen. Die Atmosphäre im Deutschen Bundestag insgesamt ist sehr inspirierend.
Dieses besondere Praktikum wird mir in angenehmer Erinnerung bleiben, da es sehr aktivierend auf mich wirkte. In einigen Momenten hätte ich gerne eine aktivere Rolle im Parlament ausgeübt. Hierfür muss man gewählt werden, denn das Mandat und die erforderliche Legitimation kann nur durch das deutsche Volk erteilt werden.

Yilmaz Akkoyun

 

2010 Mai/Juni Yilmaz Akkoyun

Yilmaz verabschiedet sich nach sechs Wochen von LöMö und ihrem Berliner Büroteam.



 



 

 
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