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Viel erlebt und viel gesehen: Yilmaz' Wochenbericht

2010 Mai/Juni Yilmaz Akkoyun
27. Juni 2010

Die vierte Woche meines Praktikums war geprägt von der nationalen Armutskonferenz im Rahmen des europäischen Jahres 2010 zur Bekämpfung von Armut und sozialer Ausgrenzung.
Die Fokuswoche hatte ihren Anfang im Brandenburger Sozialgipfel in Potsdam. Dieser setzte sich aus einer Fachkonferenz mit Podium, Arbeitsgruppen und einem öffentlichen Part in der Innenstadt zusammen. Ziel war es, dass öffentliche Bewusstsein für die Lebensbedingungen sozial benachteiligter Menschen zu schärfen.

Eine weitere Funktion war, Betroffene zu vernetzen und realistische Anforderungen an die Politik zu formulieren.
Am Abend fand darüber hinaus die Ausstellung „Kunst trotz(t) Armut“ in der Vertretung der Europäischen Kommission zusammen, in der hauptsächlich Objekte vorgestellt wurden, die sich mit Obdachlosigkeit auseinander setzen.

In dieser Woche hatte ich neben der nationalen Armutskonferenz die Gelegenheit, an zwei Vorlesungen an Berliner Universitäten teilzunehmen und mich auf meinen kommenden Lebensabschnitt einzustimmen.

Mittwoch nahm ich an einer Forumsveranstaltung in der Ländervertretung von Rheinland-Pfalz teil, in der unter anderem Gesine Schwan eine beeindruckende Rede zur Demokratie und mit ihr verbundenen sozialen Gerechtigkeit hielt . Ein wichtiger Bestandteil dieser Veranstaltung war der Workshop 'Armut und Bildung', an dem ich teilnahm. Die Frage, mit der wir uns aktiv beschäftigten, war, wie es gelingen kann, in sozialen Brennpunkten effektive Angebote im Bereich Bildung anzubieten. Fakt ist nämlich, dass die soziale Ungleichheit zunimmt und die Solidarität in Deutschland schwindet.

Hervorzuheben war die Kiezführung in Neukölln, wo wir die bezirkliche Jugendhilfe und polizeiliche Präventionsarbeit in der „Lessinghöhe“ kennen gelernt haben und Betroffene uns Rede und Antwort standen. Mit eigenen Augen betrachten zu können, wie sehr sich die Lebensbedingungen innerhalb der BRD unterscheiden, war sehr prägsam. Die Fokuswoche wurde durch Musik in der Innenstadt, Breakdance, Cheerleading, Rap und Theater komplettiert und hinterließ in der Gesamtbetrachtung einen breitgefächerten Eindruck, da man durch diese Aktionen leicht ins Gespräch mit anderen Teilnehmern kam.

Letztendlich wurde sehr viel diskutiert, nun ist es Zeit, dass sich Gewerkschaften, (kirchlichen)Verbände , Politiker und von Armut Betroffene an einen „runden Tisch“ zusammensetzen und über realistische Lösungen debattieren und diese umsetzen, um die Armut zu verringern.

Die Fussball-WM läuft genau nach unseren Vorstellungen. Somit blicken wir gespannt auf das Viertelfinale am Samstag.

Bis nächste Woche,
Yilmaz Akkoyun
 

2010 Mai/Juni Yilmaz Akkoyun

Yilmaz vor LöMös Büro



 



 

 
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