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Keine Geschäfte mit der Armut: Aktionswoche der Schuldnerberatung

Gabriele Banner 2009
22. Juni 2010

Die Zahl der überschuldeten Haushalte in Deutschland beträgt knapp vier Millionen. Weil die Kapazität der Schuldnerberatungsstellen in Kommunen, Wohlfahrtsverbänden und Verbraucherzentralen nicht ausreicht, buhlen immer mehr unseriöse Kreditvermittler und Schuldenregulierer um "Kundschaft": Für ihre "Leistungen" kassieren sie kräftig ab. Diese fatale Entwicklung thematisiert die Arbeitsgemeinschaft Schuldnerberatung der Verbände in ihrer diesjährigen bundesweiten Aktionswoche vom 21. - 25. Juni.

Nach einer Schufa-Studie werden jährlich knapp 400.000 Menschen Opfer eines Vermittlungsbetruges. Der daraus entstehende Schaden beträgt 150 Millionen Euro. Unseriöse Vermittler werben dafür mit Krediten ohne Schufa-Auskunft, um für Kreditsuchende mit schlechter Bonität interessant zu sein. Ohne in den meisten Fällen überhaupt einen Vermittlungsversuch zu unternehmen, halten sie ihre Kunden oftmals hin und stellen ihnen Kosten für angebliche Leistungen als Bearbeitungsgebühr oder Aufwandspauschale in Rechnung. Weil sie nicht selten mit Pfändung und Inkasso drohen, zahlen viele Betroffene.

Gabriele Lösekrug-Möller hält ein solches Vorgehen für inakzeptabel: "Diese Vermittler bewegen sich an der Grenze der Legalität. Sie hintergehen die Menschen, die sich von ihnen Hilfe versprechen und setzen gezielt auf deren Unwissenheit." Es sei nicht akzeptabel, so LöMö weiter, dass sie "aus der Angst von ohnehin verzweifelten Menschen Profit schlagen".

Schuldnerberatung ist ein hocheffizientes Instrument der Armutspräventation und Armutsbekämpfung. Ergebnisse einer Studie für den Dritten Armuts- und Reichtumsbericht zur Wirksamkeit von Schuldnerberatungen belegen dies ausdrücklich. Sie muss -auch im Interesse der öffentlichen Haushalte- ausgebaut werden. Nicht nur finanziell, sondern auch auf der Ebene einer persönlichen Beratung. "Denn jeder Euro für die Schuldnerberatung führt zu Einsparungen bei Sozialausgaben", erklärt LöMö die Notwendigkeit.



 



 

 
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